Kompetenz in Pflege

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Aktuelles

Die wichtigsten Änderungen zum 1. Januar 2017

Ab 1. Januar 2017 tritt das "Zweite Pflegestärkungsgesetz" in Kraft. Damit soll die Situation von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen gestärkt werden.

Der ab dem 1. Januar 2017 geltende Pflegebedürftigkeitsbegriff wird im § 14 Abs. 1 Sozialgesetzbuch XI wie folgt definiert:

"Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen."

Über die Kernpunkte der Änderungen möchte ich Sie hier kurz informieren.

Was verändert sich?

Aus den bisherigen drei Pflegestufen werden fünf Pflegegrade. Es werden erstmals Menschen mit kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen berücksichtigt. Eine Vergleichbarkeit mit den bisherigen Pflegeleistungen ist in adäquater Form nicht mehr gegeben. In umfassender Weise werden die konkreten individuellen Problemlagen eines Menschen erfasst.

Sechs Lebensbereiche (Module) werden betrachtet und gewichtet:

1. Modul: Mobilität

Wie gut kann ein Mensch sich alleine fortbewegen, drehen und sitzen? 10%

2. Modul: Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Wie findet sich ein Mensch in Ort und Zeit zurecht? Erinnert er sich? Kann er Gefahren erkennen und sich am Gespräch beteiligen?

3. Modul: Verhalten und psychische Probleme

Ist ein Mensch agressiv, schädigt er sich selbst oder andere? Leidet er unter Ängsten?

Oder-Anwendung 15 %: Das Modul mit der höheren Punktzahl, Modul 2 oder 3, geht in die Bewertung ein.

4. Modul: Selbstversorgung

Inwieweit ist ein Mensch fähig, sich selbst zu waschen, zu essen, zu trinken und auf die Toilette zu gehen? 40%

5. Modul: Bewältigung und Umgang mit Krankheit und Therapie

Wie selbstständig kann ein Mensch Medikamente einnehmen? Muss er zum Arzt begleitet werden? 20%

6. Modul: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Wie selbstständig kann ein Mensch einen Tag gestalten und Kontakte pflegen? 15%

Der Pflegegrad eines Antagstellers ergibt sich, indem die Bewertungen des Gutachters in den sechs Modulen anhand von genau festgelegten Berechnungsregeln zusammengeführt werden. Diese Berechnungsregeln sind nach pflegefachlichen Gesichtspunkten von Pflegewissenschaftlern erarbeitet worden.

Weitere versorgungsrelevante Informationen werden erhoben, jedoch nicht gewichtet:

Fortbewegung im außerhäuslichen Bereich

Haushaltsführung