Kompetenz in Pflege

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Pflegeeinstufung

Seit dem 1. April 1995 finanzieren die Pflegekassen Leistungen im häuslichen und teilstationären Bereich. Leistungen für die stationäre Pflege gibt es seit Juli 1996.

Die für Sie zuständige Pflegekasse ist bei Ihrer Krankenversicherung eingerichtet. Mitglied der Pflegeversicherung werden Sie ohne einen besonderen Antrag. Wenn Sie in einer privaten Krankenversicherung versichert sind, beispielsweise als Beamtin oder Beamter, sind Sie nicht Mitglied der sozialen Pflegeversicherung, sondern der privaten Pflegeversicherung.

Die Pflegegrade

Die Pflegebedürftigen werden je nach Grad der Pflegebedürftigkeit einem von fünf Pflegegraden zugeordnet. In Abhängigkeit von der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen wird eine Zahl an Punkten vergeben, die unterschiedlich gewichtet in die Gesamtwertung einfließen. Die Gesamtpunktzahl bestimmt den Pflegegrad. Die Höchstpunktzahl 100 entspricht dem Pflegegrad 5.

Pflegegrad 1

Selbstständigkeit und Fähigkeiten sind gering beeinträchtigt.

Pflegegrad 2

Selbstständigkeit und Fähigkeiten sind erheblich beeinträchtigt.

Pflegegrad 3

Selbstständigkeit und Fähigkeiten sind schwer beeinträchtigt.

Pflegegrad 4

Selbstständigkeit und Fähigkeiten sind schwerst beeinträchtigt.

Pflegegrad 5

Fähigkeiten sind schwerst beeinträchtigt mit besonderen Pflegeanforderungen.

Leistungen

Pflege zu Hause durch Angehörige (mtl. Geldleistung)

Pflegegrad 1:        0 Euro

Pflegegrad 2:    316 Euro

Pflegegrad 3:    545 Euro

Pflegegrad 4:    728 Euro

Pflegegrad 5:    901 Euro

Pflege zu Hause durch Pflegedienste (mtl. Sachleistung)

Pflegegrad 1:        0 Euro

Pflegegrad 2:    689 Euro

Pflegegrad 3: 1.298 Euro

Pflegegrad 4: 1.612 Euro

Pflegegrad 5: 1.995 Euro

Auch eine Kombination von Sach- und Geldleistungen ist möglich.

Die Pflegeleistungen - ambulante/teilstationäre Hilfen (Tages- und Nachtpflege)

Zur Entlastung von Pflegenden verbringen Pflegebedürftige einzelne oder mehrere Tage der Woche von morgens bis zum frühen Abend oder vom späten Nachmittag bis zum darauffolgenden Morgen in teilstationären Pflegeeinrichtungen.

Im Einzelnen werden monatlich gezahlt bis zu:

Pflegegrad 1:        0 Euro

Pflegegrad 2:    689 Euro

Pflegegrad 3: 1.298 Euro

Pflegegrad 4: 1.612 Euro

Pflegegrad 5: 1.995 Euro

Leistungen bei Pflegegrad 1:
Beratung durch die Pflegekassen
Beratung gemäß § 37 Abs. 3 SGB XI
Wohngruppenzuschlag
Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
Pflegekurse für Angehörige
Pflegehilfsmittel
Zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären Einrichtungen
Entlastungsbetrag (125 €) oder ein Zuschuss bei freigewählter stationärer Pflege (125 €)

Pflegegeld und Pflegesachleistungen können auch kombiniert werden.

Pflegehilfsmittel werden im Wert von bis zu 40 Euro übernommen, wenn sie die Pflege erleichtern, die Beschwerden des/der Pflegebedürftigen lindern oder eine selbstständigere Lebens-führung ermöglichen, dies allerdings nur dann, wenn sie nicht bereits von den Krankenkassen gestellt werden.

Zuschüsse bis zu 4.000 Euro pro Gesamtmaßnahme können die Pflegekassen für Maßnahmen zahlen, die das individuelle Wohnumfeld verbessern. Damit kann z. B. eine Wohnung rollstuhlgerecht umgebaut werden o. ä.

Die Kurzzeitpflege, eine kurzzeitige vollstationäre Pflege, kann in Anspruch genommen werden, wenn die häusliche Pflege zeitweise nicht im erforderlichen Umfang geleistet werden kann. Sie beschränkt sich auf sechs Wochen und max. 1.612 Euro/Kalenderjahr.

Kann die Pflegeperson wegen Krankheit, Erholungsurlaub oder in sonstigen Krisensituationen die Pflege nicht durchführen, werden die Kosten für eine Ersatzpflegekraft (Verhinderungspflege) für längstens vier Wochen im Kalenderjahr übernommen. Sie dürfen 1.612 Euro nicht übersteigen.

Für Pflegepersonen werden auf Antrag Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt, und sie sind in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert, soweit bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Leistungen bei vollstationärer Pflege im Heim

Seit dem 1. Juli 1996 erhalten die Pflegebedürftigen in Heimen Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Diese sogenannten stationären Pflegeleistungen sind bei Ihrer Kranken-/Pflegekasse zu beantragen, auch dann, wenn schon eine Einstufung für die häusliche Pflege vorgenommen wurde.

Die Entscheidung darüber, ob jemand heimpflegebedürftig oder heimbedürftig ist, trifft der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK). Erst wenn diese Entscheidung vorliegt, kann ein Umzug in ein Heim erfolgen.

Die Leistungen der Pflegekasse gliedern sich in fünf Pflegegrade. Ab 1.1.2017 zahlen alle Bewohner unabhängig vom Pflegegrad einen einrichtungseinheitlichen Eigenbeitrag.

Pflegegrad 1:        0 Euro

Pflegegrad 2:    770 Euro

Pflegegrad 3: 1.262 Euro

Pflegegrad 4: 1.775 Euro

Pflegegrad 5: 2.005 Euro

Reichen die Leistungen der Pflegekasse und die eigenen Einkünfte nicht aus um die Heimkosten zu decken, besteht die Möglichkeit, über das Heim ein Pflegewohngeld zu beantragen oder aber die Leistungen der Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen.